Filmkulisse 

 Wo Niederbayern am ehrlichsten ist

 Frontenhausen im Vilstal gehört zu den beliebtesten Filmkulissen Bayerns – Als „Niederkaltenkirchen“ werden dort die Eberhofer-Krimis gedreht

FilmkulisseWenn Fernsehen und Kino Krimis drehen, dann geht es um Geschichten, die so gut geschrieben sind, dass sie Millionen begeistern. Die Drehorte und Kulissen aber, die müssen ehrlich und authentisch sein. Und da liegt Niederbayern mit dem idyllischen Vilstal mitten im Ferienland Dingolfing-Landau ganz weit vorne: Der kleine Markt Frontenhausen wurde vor kurzem zu einem der beliebtesten Drehorte Bayern gewählt.

Frontenhausen werden nicht viele Krimi-Fans kennen. Wohl aber Niederkaltenkirchen. In diesem fiktiven Dorf lässt Rita Falk ihre Kult-Krimis rund um Polizist Franz Eberhofer spielen. Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues, Schweinskopf al dente und Griesnockerlaffäre – sie alle wurden in Frontenhausen gedreht. Denn die Marktgemeinde ist mit hübschem Marktplatz, Gewerbegebiet am Rande, historischer Kirche und Neubaugebieten ebenso typisch für Niederbayern wie mit seiner Anbindung ans Straßennetz per Kreisverkehr. Damit komme Frontenhausen ihrem Niederkaltenkirchen sehr nahe, betont Rita Falk.

FilmkulisseKein Wunder also, dass es alle kultigen Plätze aus den Krimis im Viklstal wirklich zu sehen gibt: den Friedhof, die berühmte Metzgerei mit ihren Leberkas-Semmeln und den noch berühmteren Kreisverkehr, der in jedem Krimi immer irgendwie eine wichtige Nebenrolle spielt. Die Filmkulisse Bayern hat dies Ende 2017 honoriert und Frontenhausen unter 80 Mitbewerbern zu einem der beliebtesten Drehorte im Freistaat gekürt. Nach Meinung der Jury werde dort bewiesen, dass man mit örtlichem Zusammenhalt und Unterstützung auch außerhalb der Großstädte Kinofilme in großem Stil drehen könne.

Das kann der Bürgermeister nur unterstreichen: „Die Menschen in Frontenhausen sind es gewohnt, im Team zu arbeiten und gemeinsam anzupacken, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere.“ So würden alljährlich mehrere tausend Pilger bei der größten deutschen Wallfahrt von Regensburg nach Altötting im Ort ehrenamtlich versorgt und verpflegt. Selbst das Frontenhausener Volksfest werde nicht von profi-Wirten, sondern von Ehrenamtlichen organisiert. „Von dieser Einsatzbereitschaft profitieren auch die Filmteams, zu uns kommen.“

Franz Gassner stört es nicht im geringsten, dass seine Gemeinde so typisch durchschnittlich ankommt: „Es ist doch schön, dass wir die niederbayerische Identität so gut widerspiegeln.“ Er und seine Frontenhausener nehmen es auch gelassen, dass die Filmleute nicht nur die schönsten Ecken zum Drehen hernehmen und manche schöne Kulisse für die Krimis ein bisschen grauer machen. Sie wissen, dass Übertreibung und a bisserl Klischee dazu gehören, wenn skurrile Typen die Krimis von Rita Falk bevölkern. Ein Frontenhausener hat es in einem Interview auf den Punkt gebracht: Ehrlich seien sie die Niederbayern, kein oberbayerischer Postkarten-Kitsch, und der Menschenschlag halt auch etwas bockig – das passe doch gut zu den Figuren aus den Krimis.

Filmkulisse

Für den Tourismus im Ferienland Dingolfing-Landau ist die Filmkulisse Frontenhausen ein Glücksfall. „Wir sind zwar längst noch nicht das Glottertal mit der Schwarzwaldklinik oder Gmunden mit dem Schloss Orth, aber immer mehr unserer Gäste kommen bewusst zu uns, um Niederkaltenkirchen zu sehen“, sagt Heidi Feicht, Tourismusmanagerin im Landkreis Dingolfing-Landau. Sie hat die Entwicklung Frontenhausens zum „Hollywood Niederbayerns“ vom ersten Kinofilm „Grenzverkehr“ aus dem Jahr 2005 an bis heute begleitet.  Normalerweise punktet ihre Heimat mit einem mehrere hundert Kilometer langen Radwegenetz durch die wunderschöne Kulturlandschaft im Herzen Niederbayerns – da kommen ein bisschen Glamour und Kriminalfälle zur Abrundung wie gerufen.

Wer also sehen will, wo Franz Eberhofer ermittelt und der Simmerl sein Bier trinkt, ist im Ferienland Dingolfing-Landau genau an der richtigen Stelle. Heidi Feicht macht dann schon einmaleine Spezialtour möglich: Dann geht es mit Dr. Franz Gassner zu allen Drehorten, über den Friedhof, in die Metzgerei, die in Wirklichkeit „Stadler“ heißt, und am Ende lässt der Bürgermeister mit seinem Dienst-Mercedes im Kreisverkehr die Reifen quietschen.